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Die CDU-Fraktion dankt der Verwaltung für die Vorlage des
Haushaltsplans 2007.
Ende Oktober 2006 fand eine Klausurtagung statt, bei der die größeren
Abweichungen in den Einzelplänen für das Jahr 2007 besprochen
wurden. Mitte November wurde eine Verwaltungsausschusssitzung einberufen,
in der die auch zwischenzeitlich in den Fraktionen besprochenen
Änderungen öffentlich abgehandelt wurden. Dabei war die
CDU-Fraktion durch Peter Schmitt und Volker Thewalt vertreten. Beide
signalisierten die Zustimmung zum Haushaltsplan 2007 für die
bevorstehende Gemeinderatssitzung Mitte Dezember. Soweit so gut.
Ende November erhielten die Mitglieder des Verwaltungsausschusses
eine Mail, in der stand, dass der Ansatz für den Mühlbuckel
um 30 T€ erhöht werden muss. Obwohl bereits in der März
und Juli-Sitzung 2006 Bauplatzpreise, Erschließungskosten
und Auftragsvergabe diskutiert wurden, war von einem Kostendefizit
vorher nie die Rede.
Für die Dezember-Sitzung erhielten wir - wie üblich -
sechs Tage vorher die entsprechenden Unterlagen. Beim Durcharbeiten
des Haushalts und nach Rücksprachen in der Fraktion und auch
mit den Fraktionen der Freien Wähler und der SPD waren noch
viele Fragen offen.
Auch der Versuch alles noch rechtzeitig zu klären, gelang
nicht. Da also nicht nur in unserer Fraktion Diskussionsbedarf bestand
und eine Unsicherheit bezüglich der Zustimmung zum Haushaltsplan
2007 bestand, entschlossen wir uns gemeinsam die Beschlussfassung
zu vertagen.
Der Haushaltsplan ist für uns Gemeinderäte das wichtigste
Instrument zur Steuerung der Gemeindefinanzen. Auch wenn über
jede einzelne Position nochmals gesondert beraten wird, wird die
Marschrichtung der Gemeinde vorgegeben und die Festlegungen im Haushaltsplan
sind für die ausführende Verwaltung verbindlich.
Deshalb wundert es uns umso mehr, dass Sie, Herr Grabenbauer, so
locker über die Bedenken und Sorgen der Gemeinderäte hinweggehen.
Wir haben Ihnen das Signal gesendet, dass noch Diskussionsbedarf
besteht und Sie haben uns als Trotzreaktion gleich zwei Termine
in die bislang unangetasteten Ferien reingedrückt.
Ganz abgesehen davon, dass es auch noch die Weihnachtsferien sind,
die für Ruhe und Besinnlichkeit stehen. Unserer Meinung nach
hätte dafür auch die Zeit nach den Ferien gereicht, da
die Abgabefrist für Anträge aus dem Ausgleichsstock erst
am 01. Februar ist.
Doch zurück zum Haushaltsplan 2007.
Weitere Punkte haben uns kritisch gestimmt.
In der Novembersitzung hatte ich Sie gefragt, wie sich die Kosten
bezüglich des Feuerwehrneubaus entwickeln. Sie sagten, dass
wir im Plan liegen. Geplant waren bis dato laut Haushaltsplan 2006
1,1 Mio. €. Im neuen Haushaltsplan stehen 1,25 Mio. €.
Das ist eine Steigerung von 140 T€, was 12,6% entspricht. Unserer
Meinung nach liegen hier Planungsfehler vor, aber nicht von Seiten
des Architekturbüros - denn ein Architekt macht das, was man
ihm sagt und auch nicht von Seiten des Planungsausschusses
- denn der wurde erst danach eingerichtet und müsste korrekterweise
Bauüberwachungsausschuss heißen - sondern
es liegen Planungsfehler von Ihrer Seite vor. Beim Architektenwettbewerb
Umbau oder Neubau bekamen drei Architekten Vorgaben, was im Wiesenbacher
Feuerwehrhaus enthalten sein sollte. Bei den Vorgesprächen
zwischen Verwaltung und Feuerwehr wurden die Eckdaten erarbeitet.
Dabei gingen wir davon aus, dass an alles gedacht wurde. Doch weit
gefehlt. Es kam hier noch etwas und dort noch etwas dazu. Gekrönt
wurde alles noch durch Ihre Aussage in der letzten Sitzung: Wir
wissen ja nicht, was uns noch alles einfällt!
Überraschen lassen scheint nicht nur Ihr Vorsatz
für 2007 zu sein - wie wir es der RNZ in der Neujahrs-Ausgabe
entnehmen konnten - sondern die Devise für Ihr politisches
Handeln.
So wurde jetzt der Gemeinderat von der Dringlichkeit der umfangreichen
Sanierung der Biddersbachhalle überrascht.
Dass es schon seit langem reinregnet ist bekannt. Spätestens
bei der Gemeindeentwicklungsplanung hätte auch Ihnen als Nicht-Wiesenbacher
bekannt sein müssen, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.
Auch die mittelfristig eingeplante Schulsanierung wurde in den
Haushaltsplänen der vergangenen Jahre mit keiner Silbe erwähnt.
Obwohl das Thema seniorengerechtes Wohnen in der Klausurtagung
intensiv diskutiert wurde, finden wir im Haushaltsplan keinen Planungsansatz.
In den umliegenden Gemeinden wird gehandelt - das letzte Beispiel
zeigt uns Mauer - und Wiesenbach scheint im Dornröschenschlaf
versunken zu sein. Deshalb bitten wir Sie, hier Gas zu geben.
Ein anderer Punkt, der dieses Jahr heiß diskutiert wurde
und uns immer noch Kopfzerbrechen bereitet, ist der Bau eines Vereinsheims
für den Musikverein.
Nachdem die Diskussion wieder auf einer sachlichen Ebene stattgefunden
hat und durch den Gemeinderat die Unterbringung in der Hauptstraße
22 abgelehnt wurde, dürfen die Bemühungen, eine passende
Unterkunft zu finden, nicht einschlafen. Denn wie wichtig die Angelegenheit
ist, zeigt auch das Schreiben des Musikvereins vom 19. November
an seine Mitglieder, Freunde und Gönner - so die Anrede.
Dass falsche Aussagen im Schreiben stehen, spiegelt nur eine Ruhe
wieder - die Ruhe vor dem Sturm! Auf der nächsten Tagesordnung
steht Vereinsheim Musikverein.
Hier müssen wir gemeinsam schnellstmöglich einen geeigneten
Standort finden.
Der Eingang von Mehrfachbewerbungen für die bereits bestehenden
Gewerberäume in der Hauptstraße 22 und die damit verbundenen
Einnahmen aus deren Vermietung zeigen sehr deutlich, dass wir richtig
gerechnet haben. Hinzu kommt, dass die Feuerwehr noch im Gebäude
ist und dass für diese Flächen nach Auszug der Feuerwehr
noch weitere Mieteinnahmen erzielt werden.
Insgesamt bereitet uns die mittelfristige Finanzplanung Sorge.
Bereits die in unserer Haushaltsrede Anfang 2005 geäußerten
Befürchtungen, dass Sie die Rücklagen runter- und die
Verschuldung hochfahren um Gelder aus dem Ausgleichsstock zu bekommen,
kommt wieder auf.
Die Angst wird noch dadurch verstärkt, dass wir 2006 im Gemeinderat
immer wieder über- und außerplanmäßigen Ausgaben
zustimmen mussten.
Der Plan gibt Ihnen, Herr Grabenbauer, das Budget vor, mit dem
Sie haushalten müssen und daran haben Sie sich im Interesse
der Wiesenbacher Bürger zu halten.
Dies veranlasst uns, Sie nochmals an unsere Aussage in der Haushaltsrede
für 2005 zu erinnern, nicht die Rücklagen zu verbraten
und Schulden zu machen, denn eine derartige Wirtschafterei müssen
die Generationen nach uns ausbaden.
Die Konjunktur ist in der Bundesrepublik Deutschland Gott sei Dank
wieder angesprungen.
Das wird auf kommunaler Ebene insbesondere durch die Kreisumlage
signalisiert, deren starke Erhöhung in den letzten Jahren jetzt
ihren Höchststand erreicht hat. Eine niedrigere Zahlungsverpflichtung
der Gemeinden und teilweise auch Rückerstattungen an die Gemeinden
lassen diese aufatmen.
Trotzdem möchten wir eindringlich davor warnen dieses zarte
Pflänzchen überzustrapazieren. Der unerwartete Geldsegen
muss gespart werden und darf nicht gleich wieder mit vollen Händen
ausgegeben werden.
Unsere Aufgabe als Gemeinderäte ist es, uns für das Wohl
der Gemeinde und ihrer Bürger einzusetzen.
Diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst und setzen uns dafür ein,
dass Wiesenbach auch in Zukunft attraktiv und zahlungsfähig
bleibt.
Auch wenn es schwer fällt, stimmen wir als CDU-Fraktion der
vorgelegten Haushaltssatzung 2007 zu.
Birgit Pendt
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